LIZ GEHRER

 

Begrenzte Wasser - Eine Installation zum Thema WasserKraft:

Austellungskonzept:

Mit meiner Installation "Begrenzte Wasser will ich dem Betrachter die ungestüme Kraft des Wassers, aber auch dessen Sanftheit und Sinnlichkeit, näher bringen. Konkret werden um die fünfzig mit gefärbtem Wasser gefüllte Sitzbälle teils in einem 8 Meter hohen Gerüstturm vor dem Rathaus Gmünd gebändigt, teils auf dem Rathausvorplatz in zufälliger Formation platziert.

Scheinen die im Gerüstturm eingezwängten Bälle mit ihren transparenten Oberflächen, welche die unterschiedlichsten Blautöne durchschimmern lassen, noch das Bild des ins Tal stiebenden Flusses in Erinnerung zu rufen, so schiebt sich mit Blick auf den allein durch die Technik und Zweckmässigkeit bestimmten Gerüstrahmen der Gedanke an die Wassermengen in den Vordergrund, welche in riesigen Rohren den Kraftwerkturbinen zugeführt werden. Wasser erscheint in dieser Dimension einerseits als Werkstoff, der unseren Alltag (am Arbeitsplatz und zu Hause) überhaupt erst ermöglicht, und andererseits als bedrohliche Kraft.

Im Gegensatz dazu laden die auf dem Rathausvorplatz platzierten Bälle die Passanten ein, sie zu berühren, sich auf sie zu setzen, mit ihnen zu spielen. Der Betrachter wird aktiv, greift in die Installation ein und wird dadurch unweigerlich zu deren Bestandteil, welche ihrerseits dank ihm zum Leben erwacht. Die Bälle kommen in Bewegung, durch die Masse und das Gewicht der Wasserfüllung allerdings häufig anders als erwartet. Wasser erhält derart eine spielerische und auch sinnliche Komponente. Gleichzeitig verändert sich die Installation auf dem Rathausvorbereich durch das (erwünschte) Berühren, Stossen, Spielen und (Be-)Sitzen der Bälle fortlaufend, aufgrund des Füllgewichtes der Bälle freilich eher statisch.

Mit der Möglichkeit zur Veränderung der Installation ist auch ein Zusatzbezug zur Kleinstadt verbunden: Menschen gehen auf einander zu, geben (sich und anderen) Anstösse, bewirken Bewegung, begreifen Veränderungen als Chance, gar als Lust, haben Träume, verströmen Energie, auch Lebensfreude, und bleiben doch am Boden: Umrisse eines Lebens(t)raumes?


Installation in Gmünd (Kärnten) von Mai 2006 bis Oktober 2007